31. was die Zukunft bringen mag

Wie blind war Marco über die Insel gelaufen, jetzt saß er in den Dünen wo er sonst Gitarre gespielt hatte. Eine leise Wehmut durchströmte ihn.

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Er hörte das Flüstern des Windes im Riedgras, das sanfte Rauschen des Meeres. Allmähliche begann Marco vor sich hin zu summen, bis das summen zu einem Lied wurde "Meerjungfrauen küsst man nicht" sang Marco leise.

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"Das Lied ist schön, auch wenn es traurig klingt. Ich dachte mir schon das ich dich hier finden würde." sagte plötzlich eine sanfte Stimme dicht neben ihm. Als er Aufblickte sah er Selenia neben sich stehen.

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Selenia setzte sich neben ihn in die Dünen, "Du bist so schnell fortgelaufen das ich gar nicht mehr mit dir reden konnte." meinte sie mit einem leisen Vorwurf in der Stimme.

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Marco sah sie nicht an, "Ich bin kein Freund von großen Abschieden." erwiderte er leise. "Und wenn ich gar nicht gehen möchte?" kam es eben so leise zurück. "Du bist eine Meerjungfrau, du gehörst ins Meer nicht an Land." noch immer vermied er es sie anzusehen. Und mir ist es lieber zu wissen du lebst da draußen, als das du täglich dein Leben riskierst, weil du an Land bist, setzte er im Stillen für sich hinzu.

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"Für mich ist etwas in Erfüllung gegangen von dem ich nie geglaubt habe das ich es je würde erleben dürfen." sprach Selenia weiter, Marco schaute sie überrascht an, wovon sprach sie.

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"Seit Mam mir von ihrem Leben an Land erzählt hatte, wollte ich das auch erleben, das Leben hier an Land ist für mich so viel bunter als im Meer. Alles war wie ich es mir vorgestellt hatte, ich hatte genau raus wann ich zurück ins Wasser musste, alles lief perfekt, na ja fast, ich schaffte es nicht dir meine wahre Natur zu offenbaren, du hattest zu viel Angst vorm Meer." Marco lauschte wie gebannt ihren Worten.

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"Aber jetzt, spielt es keine Rolle mehr", in ihrer Stimme lag eine leise Fröhlichkeit, "denn jetzt bin ich nicht mehr ans Meer gefesselt." Selenia holte etwas aus ihrer Tasche, Marco sah, dass sie noch immer das grüne Kraut hatte. "Ich hasse diesen ganzen Seetangkram." Das letzte Wort spuckte sie regelrecht aus. Sie buddelte ein Loch, versenkte das grüne Kraut darin und schob Sand darüber.

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"Und nun zu dir", wandte sie sich an Marco "du hast gesagt, wenn ich aus freien Stücken käme, dürfte ich bleiben." Marco wurde plötzlich ganz schwindelig den Selenia kam immer dichter. "Du hast neulich etwas zu mir gesagt das ich gern noch einmal von dir hören würde." Wie das Schnurren einer Katze hörte sich ihre Stimme an. Bevor er noch recht wusste was tun umhüllte ihn der Duft von Jasmin und ein paar weiche Lippen berührten sanft die seinen.

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Pure Glückseligkeit durchströmte Marco, er umschlang ihre Gestalt, sodass sie in seinen Armen zu liegen kam und erwiderte ihren Kuss. Ihm war zumute wie, wenn brennender Durst durch erquickendes Nass gelöscht wurde.

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Manchmal gehen auch die geheimsten Wünsche in Erfüllung dachte Marco während er langsam mit Selenia nach Hause wanderte. Und das schöne dabei war, überlegte er während er sie anschaute, dass sie von sich aus bei ihm blieb.

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Ende

Comments 3

  • Jetzt musste ich tatsächlich zwischen einem Herz und einem weinenden Smily wählen. Denn ich finde diese Geschichte so schön - und bin ein wenig traurig, dass sie jetzt zuende ist Traurig

    Wie gut, dass du uns noch mit deinen ganzen anderen Geschichten erfreust, Ladyatir - DANKE dafür :)

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    • Es ist schon eine Fortsetzung der Familienreihe geplant, aber dafür muss ich erst einige Bastelideen umsetzen um sie spielen zu können ;)

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  • Hach, ich liebe diese Geschichte. Ja ein tolles Ende. Die Beiden sind halt für einander geschaffen. :-)

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