(DPiO) Kapitel 31 - Zweite Chance

Latifa japste und warf den Kopf zurück, als sie es an die Wasseroberfläche geschafft hatte. Dank der aufgehobenen Schwerkraft unter Wasser war es ihr gelungen durch ein Loch in dem zusammengeknüllten Schnellboot zu tauchen und den Tentakeln zu entkommen. Es war zu hoffen, dass dem Meeresungeheuer nicht auffiel, dass sie nicht mehr im Bootswrack hing.


Da habe ich wohl nochmal Glück gehabt.


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Doch Latifa ahnte bereits, dass die Gefahr längst nicht gebannt, der Schrecken nicht vorüber war. Plötzlich spürte sie, wie sich etwas Glitschiges um ihr linkes Bein legte und die Furcht bestätigte.


Latifa kämpfte dagegen an. Sie trat mit ihren Beinen, wedelte mit den Armen, versuchte sich verzweifelt über Wasser zu halten.


“HILFE!”, schrie sie in die Weiten des Ozeans hinaus. Der Kampf gegen ihren Widersacher war aussichtslos.


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Einmal schaffte sie es noch aufzutauchen, alles an Sauerstoff zu speichern, was ging, bevor sie mit einem kräftigen Ruck nach unten gezogen wurde.


Dem Sog in die Tiefe konnte sie nichts mehr entgegensetzten.


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Der Sauerstoff brauchte sich auf und der Drang Luft zu holen, zwang sie den Mund zu öffnen. Das Wasser sprudelte in ihren Körper, erbarmungslos. Es bahnte sich seinen Weg in ihre Lungen.


Einzig die Wrackteile des Bootes an der Wasseroberfläche ließen erahnen, dass sich nur wenige Sekunden zuvor ein Todeskampf an dieser Stelle abgespielt hatte.


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*** *** ***

Woche 10, Tag 7 - Samstag

“Danke, dass du mir hilfst!” Lopita umarmte Jordan und gab ihm einen Kuss auf die Wange. “Komm rein, ich bring dich zur Anlage.”


Vorsichtig sah Jordan sich um. Er wollte nicht auf ihren neuen Freund treffen. “Bist du alleine zuhause?”, fragte er angespannt.


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Lopita nickte. “Die Anlage steht im Büro.” Jordan spürte, wie er sich schlagartig leichter fühlte. Er entspannte sich und folgte ihr. “Wie geht es dir, Lopita? Bist du glücklich?”


Lopita schwieg und führte ihn durchs Haus bis zu einer verschlossenen Tür in den oberen Stockwerken. Sie schloss die Tür auf und trat ins Zimmer. Dann zeigte sie auf die zu reparierende Anlage.


“Da steht die Anlage.”


“Ok, ich pack sie ein und bring sie dir wieder, sobald ich fertig bin.”


Lopita schloss die Tür. “Reparier sie doch gleich hier, ich habe Zeit. Wir könnten uns unterhalten.”


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“Ich halte das für keine so gute Idee”, erwiderte Jordan.


“So … wieso denn nicht?” Lopita trat zu ihrem Exfreund und musterte ihn. “Ich freu mich dich zu sehen. Wirklich. Dein neuer Look gefällt mir.” Ihre Augen funkelten verschwörerisch. Sie berührte seinen Vollbart.


“So schön fluffig. Ich habe dich vermisst, Jordan. Du mich auch?”


“Lopita, was soll das?” Jordan entzog sich ihrer Hand und sorgte für Abstand zwischen sich.


“Wieso hast du mich gefragt und nicht einfach einen Handwerker angerufen?”, wollte Jordan wissen.


“Ich kenn dich. Was spricht dagegen?”


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“Geht das denn ok? Hat dein Freund nichts dagegen, dass ich hier bin? Ich hatte nicht erwartet, dass du dich so schnell nach unserer Trennung in jemand anderen verliebst.”


“Wer sagt denn, dass ich mich verliebt habe?”, konterte Lopita. “Ich wollte nicht Schluss machen, wenn ich dich erinnern darf.”


Jordan senkte den Blick. “Ich weiß. Tut mir leid, das war nicht fair.” Er seufzte, blickte sich um und nahm seinen Mut zusammen. “Als ich beim ersten Mal zurückkam, hatte ich ehrlich gehofft, dass wir den doofen Abschied vergessen können. Einen Neuanfang wagen. Aber da warst du ja schon mit deinem neuen Freund zusammen.” Sie schauten sich eine Weile stumm an.


Lopita trat auf Jordan zu. “Wollen wir nicht einfach vergessen, was passiert ist? Wir haben beide Fehler gemacht.”


Ihr Gesicht näherte sich seinem und sie öffnete die Lippen einen Spalt breit. Verführerisch, einladend. “Lass uns einen Neuanfang wagen. Ich will nur dich, Jordan. Das wollte ich, seitdem du mich gerettet hast.“


Lopita legte ihre Lippen sanft auf seine und küsste ihn. Jordan reagierte nicht gleich, schlang jedoch schließlich seine Arme um ihren Körper und erwiderte den Kuss.


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Nachdem er die Augen wieder geöffnet und in das Lächeln seiner Ex-Freundin blickte, wurde Jordan bewusst, was er gerade getan hatte.

Als hätte sie seine Gedanken erraten, erklärte Lopita:


“Ich weiß, was du jetzt denkst. Jordan, ich hatte nie jemand Neues. Ich wollte immer nur dich und eigentlich hatte ich gehofft, dass du um mich kämpfst. Aber ich habe mittlerweile verstanden, warum du es nicht getan hast.”


Lopita wirkte etwas verlegen, fuhr jedoch fort:


“Es war dumm von mir, ich weiß. Lass uns die Vergangenheit einfach vergessen und von vorn anfangen, okay?”


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Bevor Jordan irgendetwas erwidern konnte, hatten ihre Lippen jede Chance darauf vereitelt. Bevor er über das Gesagte weiter nachdenken konnte, hatte nicht nur sie, sondern auch seine Gefühle seinen Verstand überrumpelt.

Comments 8

  • Oh nein, ich ahne böses. Da kann Latifa sich bestimmt nicht mehr retten. Ich bin total geschockt!!! :O Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung? Bin gespannt.

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  • Ohweeehhh man weiß gar nicht was man sagen soll. Arme Lopita. Das ist jetzt echt unfair.

    Und Jordan... ob das gut geht...

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    • Du meinst Latifa, oder? Ich geh mal nicht davon aus, dass du befürchtest, dass sich Lopita in ihr Unglück stürzt mit Jordan? :denk:

    • Jo hab die Namen verwechselt. Muss der Schock gewesen sein :blush:

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  • Öhm... ich reiße mich jetzt sehr zusammen, damit ich nicht das schreibe, was ich denke.

    Cliffhanger... :shutup:

    Die Sache mit Lopita... so ist das nun mal, wenn Mann mit dem Bauch "denkt".

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    • Cliffhänger? :O Auch wenn mir der Teil selbst sehr stark aufs Gemüt schlägt, ist der Kampf leider trotzdem sehr aussichtslos :(


      Aber wenigstens hat Jordan eine gute Zeit …

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    • Ach, dann ist es also tatsächlich vorbei mit Latifa... :cry: :cry: :cry:

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    • Ja, leider || das hat mir selbst echt wehgetan. Man hat es ja evtl. auch an der Story gemerkt, dass ich mehr mit ihr aktiv gespielt habe, als mit Jordan, auch wenn es eigentlich anders geplant war. Ich hatte insgesamt einfach mehr Spaß mit ihr. Umso mehr tat es mir dann weh, dass ich keinen Ausweg aus der Misere gesehen habe für sie.


      Leider darf/will ich nicht Zuviel verraten … aber mich hat das Ende sehr versöhnlich gestimmt mit der Situation. Ich hoffe, da geht es dann nicht nur mir so

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