12. Familienzuwachs

Zwei Tage lang war Selenia darauf verschwunden. Marco war bei der Hütte gewesen und hatte geklopft und an der Tür gerüttelt, doch die war verschlossen und drinnen rührte sich nichts.

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Marco fragte sich, wo sie hingegangen sein mochte, er machte sich ernsthaft Sorgen um sie. Er saß hinter dem Haus auf dem alten Baumstamm und starrte gedankenverloren aufs Meer hinaus. Dabei fragte er sich warum Selenia so erpicht darauf war, ihn dazu zu bringen an den Strand hinunterzugehen.

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Da ertönte eine leise Stimme hinter ihm "Hallo Marco." Marco wirbelte herum, da stand Selenia mit einem verlegenem Lächeln vor ihm. Ihm wurde unglaublich leicht ums Herz.

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"Ich habe mir Sorgen gemacht", sagte er leise, "Das tut mir leid, aber ich musste mal eine Weile für mich sein." erwiderte sie.

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"Eigentlich bin ich auch nur gekommen, um mich von dir zu verabschieden." fuhr sie fort. Marco war als würde eine eiskalte Faust nach seinem Herzen greifen. Nun war es also so weit, dachte er und obwohl er es immer gewusst hatte das sie fort gehen würde eines Tages, traf es ihn hart.

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"Ich hab eine Bitte an dich." drang es aus weiter Ferne an Marcos Ohr. Marco verdrängte seinen Kummer und richtete seine Aufmerksamkeit auf Selenia "Ja?" Selenia nahm ihre Hände, die sie bis dato hinter ihren Rücken gehalten hatte, vor die Brust. "Könntest du auf den kleinen Racker aufpassen bis ich wieder da bin?"

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Marco horchte auf, bis sie wieder da ist? Dann sah er was sie ihm entgegenstreckte. Ein kleines weis geflecktes Kätzchen. "Es ist mir nachgelaufen, aber da wo ich hingeh kann ich es nicht mit nehmen und ich werd recht lange fort sein." Selenia schaute ihn bittend an. "Ich habe sie Minka genannt."

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"Ja, ja klar, warum nicht", erwiderte Marco und nahm ihr das Kätzchen ab. "Du bist ein Schatz", strahlte Selenia ihn an. "Wie lange wirst du fort sein", fragte Marco und versuchte es möglichst nebenbei klingen zu lassen. "Mmh das wird wohl eine ganze Weile sein, zum einen hat Mam Geburtstag und da müssen wir natürlich alle da sein, dann ist da noch die Sache mit der Wintersonnenwende und wenn man die Strecke berücksichtigt" Überlegte Selenia laut "werd ich wohl erst zum Frühjahr wieder hier sein."

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"Das ist wirklich ne ganz schön lange Zeit", erwiderte Marco und ich, ich werde dann vollends grau und ein alter Mann sein, durchfuhr es ihn. "Wann reist du ab?" "Morgen in aller Frühe."

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Doch am nächsten Morgen wartete Marco vergebens am Hafen. Es hatte ihn einiges an Überwindung gekostet herzukommen und er hatte es auch nur bis zum oberen Kai geschafft, doch er hatte ihr nachwinken wollen, die erste Fähre legte jedoch ohne Selenia ab. Hatte sie verschlafen oder es sich anders überlegt?

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Bei der Hütte angelangt fand er diese jedoch verschlossen vor, also war Selenia abgereist. Aber wie hatte sie die Insel verlassen, fragte sich Marco, denn über Nacht fuhren keine Fähren und ein fremdes Boot wäre aufgefallen.

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